Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse
Finanz- und Wirtschaftskrise wirkt sich negativ auf Umsatzentwicklung aus
Für das abgelaufene Geschäftsjahr haben wir drei Sachverhalte identifiziert, die einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesamterlöse hatten. Zum einen ist hier die Finanz- und Wirtschaftskrise zu nennen (siehe auch Kapitel „Gesamtwirtschaftliche Entwicklung“), die bei vielen unserer Kunden zu einer starken Zurückhaltung beim Abschluss von Altersvorsorgeverträgen und bei längerfristigen Anlageentscheidungen im Bereich Vermögensmanagement geführt hat. In diesen beiden Bereichen belief sich der Rückgang der Erlöse auf 44,3 Mio. €, was bei einem Rückgang der Gesamterlöse um 63,1 Mio. € bereits 70 % des Rückganges erklärt. Die positiven Entwicklungen in den Bereichen Krankenversicherung, Finanzierung und Sachversicherungen konnten den Rückgang nicht kompensieren. Zusätzlich mussten wir aufgrund des allgemein rückläufigen Zinsniveaus und rückläufiger Kundeneinlagen einen Rückgang unserer Erlöse aus dem Zinsgeschäft um 9,4 Mio. € hinnehmen. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass im Vorjahr die Erlöse aus dem Bereich Altersvorsorge durch die letztmalige Erhöhung der geförderten Beiträge zur Riester-Rente positiv beeinflusst wurden.
Erfolgreiches Kostensenkungsprogramm*
Fixkosten (alle Angaben in Mio. €)
Gesamterlöse fortzuführende Geschäftsbereiche (alle Angaben in Mio. €)
Erfolgreiches Kostensenkungsprogramm begrenzt Ergebnisrückgang
Um unser Ergebnis gegen die erwarteten negativen Umsatzeinflüsse zu schützen, haben wir Anfang des Jahres 2009 ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet und im Verlaufe des Jahres erfolgreich umgesetzt. Wir haben uns dabei zum Ziel gesetzt, unsere Fixkostenbasis (Personalaufwand, planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen sowie sonstige betriebliche Aufwendungen ohne Einmaleffekte und ohne akquisitionsbedingte Kostensteigerungen) bis zum Ende des Jahres 2010 um 34 Mio. € auf rund 280 Mio. € zu senken. Für das abgelaufene Geschäftsjahr planten wir einen Rückgang auf rund 290 Mio. €. Dieses Zwischenziel haben wir mehr als erreicht. Ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten und akquisitionsbedingten Kostensteigerungen erzielten wir im Jahr 2009 Kosteneinsparungen von 28,7 Mio. €. (Einzelheiten siehe Grafik).
Finanzergebnis deutlich verbessert
Zu den Einmaleffekten im Geschäftsjahr 2009 zählen wir die Kosten, die uns im Zusammenhang mit dem Anteilserwerb der Swiss Life entstanden sind (3,0 Mio. €) und einmalige Restrukturierungsaufwendungen bei Tochterunternehmen (2,0 Mio. €).
Zur Stabilisierung der Ertragslage hat auch die deutliche Verbesserung des Finanzergebnisses beigetragen. Nachdem wir im Vorjahr hier noch ein Ergebnis von – 9,5 Mio. € ausweisen mussten, verbesserte sich das Finanzergebnis in der Berichtsperiode auf – 2,5 Mio. €. Unsere Tochtergesellschaft Feri Finance AG hat im Jahr 2007 eine ihrer Enkelgesellschaften verkauft. Aus diesem Grunde erreichte die Dividendenzahlung an die verbliebenen Minderheitsgesellschafter der Feri Finance AG im Vorjahr 7,8 Mio. €. Im Berichtsjahr wurde nur noch eine Dividende für das Geschäftsjahr 2008 in Höhe von 2,4 Mio. € ausgeschüttet.
Aufteilung der Umsatzerlöse (fortzuführende Geschäftsbereiche)
| Alle Angaben in Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Altersvorsorge | 311,1 | 344,8 | – 9,8 % |
| Vermögensmanagement | 71,6 | 82,2 | – 12,9 % |
| Krankenversicherung | 46,5 | 45,9 | 1,3 % |
| Sachversicherung | 26,5 | 23,1 | 14,7 % |
| Finanzierung | 12,6 | 11,6 | 8,6 % |
| Übrige Beratungsvergütungen | 4,1 | 4,0 | 2,5 % |
| Summe Provisionserlöse | 472,4 | 511,5 | – 7,6 % |
| Erlöse aus dem Zinsgeschäft | 31,4 | 40,8 | – 23,0 % |
| Gesamt | 503,8 | 552,3 | – 8,8 % |
Ebenfalls zur Stabilisierung der Ertragslage beigetragen hat die Verbesserung des Ergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen. Im Wesentlichen durch den erfolgreichen Verkauf unserer Tochtergesellschaft in Österreich und der Auflösung einer nicht benötigten Rückstellung im Zusammenhang mit dem Verkauf der MLP Lebensversicherung AG im Jahr 2005 konnten wir das Ergebnis um 3,1 Mio. € auf – 3,0 Mio. € verbessern.
