Zukünftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Erwartetes Wirtschaftswachstum in Deutschland (alle Angaben in %)
Konjunktur noch nicht stabilisiert
Die Geschäftstätigkeit von MLP konzentriert sich auf die Finanz- und Vermögensberatung von anspruchsvollen Privatkunden in Deutschland. Über 98 % unserer Gesamterlöse werden innerhalb der deutschen Landesgrenzen erwirtschaftet. Deshalb messen wir der Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft und ihrer rechtlichen Rahmenbedingungen eine große Bedeutung für unsere Geschäftsperspektiven zu.
Die Weltwirtschaft wird sich nach den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute in den Jahren 2010 und 2011 wieder erholen. Nach den Jahren des wirtschaftlichen Einbruchs infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 soll das globale Wachstum nach Einschätzung der OECD, der Organisation für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung, in 2010 6 % erreichen. Vor allem getragen durch wieder steigende Exporte und die Konjunkturprogramme wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten um etwa 1,4 % steigen. Für das Jahr 2011 wird ein Wachstum von 1,9 % erwartet.
Steigende Arbeitslosigkeit
Allerdings wird die Rückkehr auf einen Wachstumspfad in Deutschland nicht mit steigenden Beschäftigungszahlen einher gehen. Die OECD erwartet bis 2011 einen Anstieg der Arbeitslosenquote um 2 Prozentpunkte auf 9,7 %. Dies entspricht etwa 4,3 Mio. arbeitslosen Menschen (2009: 3,3 Mio. Arbeitslose; 8,2 %). Der erwartete wirtschaftliche Aufschwung wird also den Arbeitsmarkt nicht beleben. Die OECD und führende Wirtschaftsexperten mahnen vor diesem Hintergrund an, dass steigende Arbeitslosigkeit zu steigenden Sozialausgaben, aber sinkenden Steuereinnahmen führt. Beides werde die staatlichen Kassen merkbar belasten, so dass in den kommenden Jahren in Deutschland kaum noch finanzielle Spielräume für Konjunkturmaßnahmen gegeben sein dürften.
Sinkende Realeinkommen
Die verfügbaren Einkommen der Deutschen sollen nach Einschätzung der Konjunkturforscher im nächsten Jahr real um 0,5 % sinken. Wenn die Ölpreise wegen einer erhöhten Nachfrage in den Schwellenländern weiter ansteigen – wie von der Investmentbank Goldmann Sachs prognostiziert –, dürfte auch dies die Kauflaune der Deutschen eher dämpfen. Gesetzesinitiativen zur Konjunkturankurbelung, wie das Bürgerentlastungsgesetz oder das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, die beide im Jahr 2010 greifen, können die neuen Belastungen bestenfalls abmildern.
Gesamtaussage: Weiter verhaltene Nachfrage nach mittel- und langfristigen Vorsorgeverträgen
Auch wenn die Wirtschaftsleistung in Deutschland nach dem Einbruch in 2009 im laufenden Geschäftsjahr wieder wachsen wird, erwarten wir aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit und dem Rückgang der Realeinkommen aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld keine nennenswerten Wachstumsimpulse für unser Geschäft. Wir gehen davon aus, dass sich die Zurückhaltung der Menschen hinsichtlich Neuabschlüssen von mittel- und langfristigen Alters- und Gesundheitsvorsorgeverträgen sowie die Übertragung von Mandaten im Vermögensmanagement auch im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen wird.
Erwarteter Einfluss von gesamtwirtschaftlichen Faktoren auf die Geschäftsentwicklung von MLP in 2010 und 2011
| 2010 | 2011 | |
|---|---|---|
| Erwartungen über zukünftige Konjunkturentwicklung | 0 | + |
| Höhere Arbeitslosenquote | – | – |
| Stabile Sparquote | 0 | 0 |
| Anstieg Verbraucherpreise | – | – |
